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Geigenspiel und Elfengesang

Celtic Folk Rock mit „Irish Stew" im Heimathaus Twist

Twist. Die sechs Musiker von „Irish Stew" sind derweil weit über die Grenzen ihrer nordrhein-westfälischen Heimat bekannt. Warum, das bewiesen sie auch im voll besetzten Heimathaus Twist vor fachkundigem Publikum und Liebhabern der rockigen irisch-keltischen Folkmusik.

Sie seien mitunter zu rockig, darunter leide ein wenig die authentische irische Folkmusik, das werde ihnen hier und da vorgeworfen, so Frontmann Günter Koch in seiner ersten Ansage. Ja, rockig kamen sie schon daher, aber die urtypische irische und schottische Folkmucke stand beim Twister Konzert vom ersten bis zum letzten Ton eindeutig im Vordergrund. Augenfang und exzellenter Ohrenschmaus: das weibliche Trio der Formation mit Imke Frobeen (Cello) und Gesang, Birgit Heydel (Fiddle) und Stefanie Horn (Feen-Gesang).

Die Musiker von „Irish Stew" interpretieren die bekannten Folkweisen von der grünen Insel auf ganz eigene und außergewöhnliche Art. So entstehen treibende Folk-Rock-Songs, schmachtende Balladen und virtuose, zum Mittanzen auffordernde Instrumentals.

Die Bühneninstrumentierung mit E-Cello, E-Geige und Drums, ergänzt durch reine akustische Instrumente wie Mandoline, Gitarre und Bodhran, dazu der mehrstimmige Gesang, kreiert eine sehr eigenständige und dynamische Musik, immer wieder angetrieben durch Imke Frobeen, die ihr E-Cello als Bass einsetzt. Mal zart gestrichen, dann wieder rockig gezupft oder perkussiv angeschlagen. Glänzend das glasklare, schnelle und dabei äußerst sichere Fiddle-Spiel von Birgit Heydel. Unter die Haut gingen die schottischen Battlefield-Balladen mit Marching-Drums, getrommelt vom guten Schlagzeuger Ingo Meyer und ausdruckstark gesungen von Günter Koch. Die verschiedenen atmosphärischen Grundstimmungen der einzelnen Songs untermalte Gitarrist Klaus Gresista stilsicher, mit gekonntem Fingerpicking und rhythmischer Gitarre, die er genau auf den Punkt bringt.

Ein Highlight des Konzertes: die düster gespenstische Ballade „Twa Corbies... Zwei Raben so schwarz wie deine Seele", in allerbester Folkrockmanier dargeboten. Aber auch die schönen sanften Liebeslieder kamen beim Twister Publikum sehr gut an und bestachen durch den wunderschönen, zweistimmigen Feen-Gesang von Stefanie Horn und Imke Frobeen. Natürlich gab es für die Folkfreaks im Heimathaus auch wieder was zum Stampfen, Klatschen und Mitsingen, wie etwa bei einer Interpretation von Bob Geldofs „Great Song Of Indifference". Ein rundum gelungener keltischer Abend im Twister Heimathaus.

Neue Osnabrücker Zeitung 23.02.2011 von Gerd Mecklenborg
(www.noz.de/lokales/51652336/geigenspiel-und-elfengesang)