Hymnische Wucht und treibende Rhythmik

Band IrishStew spielt im,,Scheel Seck"

 VON PETER LORBER

Eitorf. Die Windecker Band lrishStew, die ihren Musikstil als Celtic-Folk-Rock bezeichnet, fühlte sich pudelwohl in der Eitorfer Musikkneipe ,,Scheel Seck“. Auch die vielen Fans, zum Teil von weither angereist, feierten tüchtig mit im urigen Sälchen und ließen sich anstecken von den tanzbaren Rhythmen. Viel Lebensfreude strahlte die Band aus, auch wenn sie krankheitsbedingt auf Sängerin Stefanie Horn verzichten musste. Mit Frontmann Günter Koch stand ein versierter Stimmakrobat parat, der es gewohnt ist, die kernigen Texte über Liebe, Heimat, Freundschaft und irische Pubs zu vermitteln. Zudem präsentierte sich Koch als Moderator, den es §chon mal ins Publikum zog, um zum Tanzen und Mitmachen aufzufordern.

Satte 25 Songs, davon rund die Hälfte aus der eigenen Feder, schmetterte die Band in den Saal. Und trotz der rhythmisch oft gleichartigen Arrangements repräsentierten sie eine üppige Melodien-Vielfalt. Am Anfang der Stücke stand meist Fiddle-Spielerin Birgit Heydel, die sich auf den sensiblen Strich ebenso gut versteht wie auf die wilden Ritte übers Griffbrett. Beide Varianten stimmten stets auf den unverkennbaren irischen Sound ein, auf diesen Mix aus hymnischer Wucht und kräftig treibender Rhythmik.

Vor allem in den langsamen Stücken schälte sich die Bedeutung des musikalischen Fundaments heraus. Das verkörperten der mit stoischer Ruhe agierende Bass Thomas Rißmann und Drummer Ingo Meyer, der beim ,,Far Away" ein furioses Solo hinlegte. Feines Saitenspiel von Stefan Wiesbrock gesellte sich dazu, der im ,,Touch The Sky" mit lyrischer Gesangsstimme punktete.

Mit witzigen Schmankerln garnierte Irish Stew manche Stücke. So das ,,Gypsies Wedding Day", bei dem der rasenden Polka zu Beginn ein Walzer und dann eine Reverenz an Brings und ihre ,,Superjeilezick" folglen. Nicht weniger mitreißend war die zunächst raue Interpretation des ,,Whiskey In The Jar", dessen Ausklang dem Lokomotivführer Jim Knopf & Lukas mit ,,Eine Insel mit zwei Bergen" galt - wie jeck. Erst nach drei lautstark eingeforderten Zugaben durften die Musiker die Bühne verlassen.

Rhein-Sieg-Anzeiger vom 12.03.2018

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